konsequent

Gletscher schützen

 

Ich setze mich konsequent für eine fossilfreie Welt ein, und unterstütze damit sowohl politische Massnahmen wie auch private Initiativen zur Reduktion und letztendlich Eliminierung unserer CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen. 

 

Energieeffizienz / Wärme / Stromerzeugung

Die Energiebranche hat sich stark entwickelt in den letzten 20 Jahren. Viele Anwendungen sind dank innovativer Technologien energieeffizienter geworden, und sowohl im Bereich der Wärme- , wie auch der Stromversorgung gibt es mittlerweile Lösungen, die wirtschaftlich sind und die Nutzung fossiler Brennstoffe überflüssig machen.

 

Energieeffizienz

Energieeffiziente Technologien rechnen sich in der Regel selbst, soweit höhere Investitionen über geringere Energiekosten amortisiert werden können. Trotzdem können Hindernisse bestehen, beispielsweise wenn vom Effizienzgewinn nicht diejenigen profitieren, welche über die Investition bestimmen müssen. Dies ist insbesondere bei Gebäuden der Fall, wo der Vermieter über energetische Sanierung oder den Ersatz einer Ölheizung beschliessen muss, aber der Mieter von den geringeren Nebenkosten profitiert.

Die Politik muss daher für Geräte und im Gebäudebereich Normen und Standards festlegen, welche einzuhalten sind und den Primärenergiebedarf auf das notwendige Minimum reduzieren. Auch innovationsfördernde Technologieverbote können dazugehören. Solche Beispiele gibt es genügend. Das FCKW-Verbot zum Schutz der Ozonschicht hat den Einsatz von neuen vielseitiger einsetzbaren Kältemittel beschleunigt. Und mit dem Verbot der Glühbirne (das klassische Symbol für Ideen) gingen nicht etwa Ideen verloren, sondern konnte sich die LED-Technologie viel rascher entwickeln, welche heute eine viel breitere Palette an Beleuchtungsmöglichkeiten bereitstellt.

 

Wärme

Unsere Gebäude sind immer noch zu rund einem Viertel der CO2-Emissionen verantwortlich, denn viel zu viele Gebäude werden immer noch - wie früher die Höhle - mit Feuer beheizt, auch wenn das Feuer mittlerweile im Heizungsraum stattfindet. Verbrennungstechnologien sind aber immer mit CO2-Emissionen verbunden, womit die Heizungsanlagen nicht nur unsere Wohnungen, sondern auch das Klima aufheizen. Nur wenn der Brennstoff aus der Natur kommt, handelt es sich um einen geschlossenen CO2-Kreislauf, welcher keinen Einfluss auf das Klima hat. Dies ist bei Holzheizungen oder Biogasanlagen der Fall. In dicht bebauten Gebieten sind auch zentrale Heizsysteme in lokalen Wärmeverbünden oder gar städtische Fernwärmenetze sinnvoll, da sie eine effizientere Verbrennung ermöglichen und gesundheitsschädliche Stoffe einfacher aus den Abgasen entfernen können.  

 

Eine andere, modernere Möglichkeit besteht darin, die Wärme mit Hilfe von Wärmepumpen aus der Umgebung abzupumpen und damit die Wohnungen zu heizen. Ob die Wärme aus dem Untergrund (Erdsonde), aus der Luft oder aus Gewässern stammt, die Technik ist dieselbe. Je wärmer das Medium, desto effizienter arbeiten Wärmepumpen. Mit demselben Aufwand können sie mehr Wärme auf das richtige Temperaturniveau pumpen. Wirkungsgrade von 300% sind bei Wärmepumpen durchaus üblich. 

Auch bei Wärmepumpen kann sich der Einsatz von Wärmenetzen lohnen. Dort wo lokal keine geeigneten Wärmequellen zur Verfügung stehen oder keine Erdsonden möglich sind (z.B. Stadtzentren), kann über sogenannte Anergienetze Wärme auch niedertemperaturig verteilt werden. Dies hat den Vorteil, dass diese Netze gleichzeitig auch zur "Entsorgung" von Abwärme aus industriellen Anlagen oder grosser Serverräumen genutzt werden können, statt dass die Abwärme ungenutzt an die Atmosphäre abgegeben wird. Anergienetze oder niedertemperaturige Fernwärmenetze eignen sich auch um saisonale Wärmespeicher einzubinden. So kann die sommerliche Wärme im Winter fürs Heizen verwendet werden.

 

 

Fernwärmenetze, Anergienetze und saisonale Wärmespeicher sind jedoch sehr langfristige Investitionen, welche nur über Jahrzehnte amortisiert werden können. Dies ist ein grosses Hindernis. Um solche Projekte auf kommunaler Ebene zu ermöglichen braucht es entsprechende Infrastrukturfonds, welche die nötige Investitionssicherheit bieten. 

 

Die Palette an innovativen Technologien ist bereits heute sehr gross, deren Anwendung aufgrund von Fehlanreizen jedoch noch zu wenig verbreitet. Ein Verbot von Ölheizungen ist ein erster notwendiger Schritt, um den Ausstieg aus den fossilen Energien bei der Wärmeversorgung zu ermöglichen und neuen Innovationen eine Chance zu geben.

 

Mein Vorstoss zu Anergienetzen findest Du übrigens hier.

 

Strom

Die Stromversorgung in der Schweiz ist bereits heute weitgehend klimaneutral. Dies vor allem dank der bewährten Wasserkraft, welche über 60% zu unserem Strommix beiträgt. Mit dem altersbedingten Ende der Kernkraftwerke braucht es jedoch neue Lösungen für die Stromproduktion. In der Schweiz eignet sich dazu am Besten die Photovoltaik, welche mittlerweile im Eigenverbrauch günstiger bezogen werden kann, als Strom aus dem Netz. Dank der flexiblen Wasserkraft können in der Schweiz auch relativ einfach der Tag/Nacht-Rhythmus der Stromproduktion aus der Sonne ausgeglichen werden. Um auch eine ausreichende Versorgung im Winter zu gewährleisten braucht es allerdings noch zusätzliche grosse Speicherkraftwerke, welche das Wasser im Sommer im Gebirge halten, damit es im Winter für die Stromproduktion verwendet werden kann. Da Windkraft einen höheren Produktionsanteil im Winter hat, sind zudem auch Windparks in der Schweiz sinnvoll. 

 

 

Verkehr / Motorentechnik

Rund ein Drittel der Treibhausgasemissionen der Schweiz werden durch den Verkehr verursacht. Klimapolitisch ist dies eine grosse und wichtige Baustelle. Um die Emissionen auf null zu senken, braucht es alle drei Vs der Verkehrspolitik: Vermeiden, Verlagern, Verträglich gestalten. 

 

Vermeiden

Mit logistischen, raumplanerischen und sozialräumlichen Massnahmen kann bereits viel Verkehr vermieden werden, ohne dass die Mobilität reduziert wird. Mit anbieterneutralen Logistikhubs für die Versorgung von urbanen Gebieten können Lieferfahrten gebündelt werden. Flexible Arbeitsplatzmodelle, und Co-Workingspaces auch in kleinen Gemeinden und Quartieren ermöglichen kurze Arbeitswege, auch wenn es nur einen Tag in der Woche ist. 

 

Verlagern - Zug statt Flug

Sehr viele Destinationen innerhalb Europas sind in weniger als 24 Stunden mit dem Zug erreichbar, das ist sowohl für private wie auch für Geschäftsreisen zumutbar. Ein Flugticket darf nicht weniger als ein Bahnbillet kosten. Dies muss politisch reguliert werden. Das Angebot an Nachtzugverbindungen und Direktverbindungen muss verbessert werden.

Als Beispiel: Mit 160 Flügen pro Woche ist London mit Abstand Spitzenreiter unter den Flugdestinationen ab Zürich. Ein Direktverbindung mit einem Eurostar ab Basel oder Genf wäre bereits heute in weniger als 6 Stunden in London St.Pancras - also mitten in der Stadt. Und ein mühseliges Umsteigen zwischen zwei Bahnhöfen in Paris würde entfallen. Für Termine am Morgen oder die Rückreise am Abend braucht es allerdings auch komfortable Nachtzugverbindungen. Die Technik und Infrastruktur für attraktivere Bahnreisen im internationalen Verkehr bestehen bereits, aber die Angebote fehlen. Als Eigentümer der SBB steht der Bund in der Pflicht. 

Auf www.ohniflugi.ch habe ich übrigens verschiedene Reisen mit Zug und Schiff in Europa und sogar darüber hinaus zusammengestellt. Damit will ich zeigen, dass es bereits heute möglich ist, überallhin auch ohne Flugzeug zu gelangen.

 

Mein Vorstoss zu Nachtzügen findest Du übrigens hier.

 

Verlagern - Velo und ÖV statt Auto

Der heutige Autoverkehr ist nicht nur ein Klimaproblem, sondern gerade in urbanen Zentren und Wohngebieten auch ein raumplanerisches Problem. Hier braucht es die nötige Infrastruktur, dass gar nicht erst ein Bedarf für eigenen Motorfahrzeuge entsteht. Infrastruktur heisst, Strassen, die primär als attraktive Lebens- und Begegnungsräume gestaltet werden, statt zur Abwicklung von immer mehr motorisiertem Verkehr. Es braucht daneben auch einen gut ausgebauten öffentlichen Verkehr, attraktive Fuss- und Velowege, Leihmöglichkeiten für elektrisch unterstützte Cargobikes und ähnliche Angebote. 

Aber auch zwischen den urbanen Zentren und zwischen Stadt und Land braucht es gute und direkte Angebote des öffentlichen Verkehrs. Wer schon zuhause ohne Auto startet, kommt meist auch ohne Auto in die Stadt...

 

Verträglich gestalten

Ein Restverkehr bleibt und braucht es immer. Sei es für Gewerbe- oder Transportzwecke oder he, vielleicht will man sich wirklich einfach mal eine Fahrt ins Grüne gönnen und will nicht das Velo nehmen dafür. Elektrofahrzeuge bieten heute denselben oder gar den besseren Komfort wie Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Sie sind leiser, weniger wartungsintensiv, und brauchen keinen Treibstoff. Ausserdem ist morgens die Batterie immer voll, wenn man zuhause eine Ladestation hat. Man muss also nie mehr zur Tankstelle. Damit Elektromobilität allerdings auch für Mieter von Wohnungen oder Einstellhallenplätze möglich ist, braucht es sowohl eine flächendeckende öffentliche Ladeinfrastruktur, wie auch Regelungen, welches den Mietern von Abstellplätzen ein Recht auf eine Ladestationen zuspricht, auch wenn er dies selbst zu finanzieren hat. 

 

Meine Vorstösse zur Elektromobilität findest Du übrigens hier und hier.